Discussion:
Die ist doch in Hamburg, habe...
(zu alt für eine Antwort)
Nomen Nescio
2016-09-01 20:49:33 UTC
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Raw Message
"Suchst du nach Links? Nach Links, großgeschrieben?
Ich sehe hier einen Link
<https://groups.google.com/group/de.soc.weltanschauung.scientology/msg/15d70553fa42f710?dmode=source&output=gplain&noredirect>,
der Inhalt ist gelöscht:


Charlie (K.E.Maij)
16.12.97
BTW, hat jemand es noch geschafft, das Caberta/Traeger-Buch zu
ergattern,
bevor Hartwig ihre einstweilige Verfuegung eingelegt hat?
Hier das ganze Kapitel mit der Hartwig aus "Scientology greift an"
1.Auflage ECON-Verlag.


Frauenpower?


Mit der Anzeige wegen angeblicher Volksverhetzung versuchte
Scientology, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Denn die
Strafanzeige war gleichzeitig gegen meine damalige Mitstreiterin
Renate Hartwig gerichtet, die Vorsitzende des vor allem in
Baden-Württemberg aktiven Vereins »Robin Direkte. V.« Ursprünglich
als »Schutzgemeinschaft« von ehemaligen Außendienstmitarbeitern
eines obskuren Staubsaugervertriebs gedacht, war es schnell zu
einer bekannten Anti-Scientology-lnitiative geworden.
Anfang 1992 hatte mich jemand auf Renate Hartwig aufmerksam
gemacht. Der erste telefonische Eindruck war sehr positiv. Da saß
im tiefen Süden eine Powerfrau und brachte frischen Wind in die
Antiszene. Uns verband auch gleich ein gemeinsamer Ansatz: Renate
Hartwig versuchte ebenfalls, Politik, Verwaltung, Justiz und
Öffentlichkeit Baden-Württembergs zur Auseinandersetzung mit dem
Thema »Scientology« zu zwingen. Allerdings verfügte sie nicht über
mein Startkapital: das mit dem Abgeordnetenmandat automatisch
verbundene öffentliche Interesse. Dazu gehört natürlich auch,
gegenüber zögerlichen Behörden etwa, die Souveränität des
gewählten Volksvertreters. Um der Mitstreiterin Rückenwind zu
geben - aber auch aus dem Gefühl der erhofften Gemeinsamkeit
heraus -, wurde ich Vereinsmitglied bei »Robin Direkt«. Um das
Ende, anderthalb Jahre später, gleich vorwegzunehmen: Ich war
danach um (m)eine ganz persönliche »Sekten « erfahrung reicher.
Das war zu Beginn der gemeinsamen Tätigkeit allerdings nicht zu
ahnen.

Gleich zu unserem ersten Treffen in Hamburg, am Vortag der
Expertenanhörung im Rechtsausschuß der Bürgerschaft,
veranstalteten wir im Rathaus eine gemeinsame Pressekonferenz. Das
große journalistische Interesse an diesem ersten gemeinsamen
Auftritt der schnell als »Powerfrauen« apostrophierten
Scientology-Kritikerinnen - aber auch die unerwartet heftige
Betroffenheit der Hamburger Scientologen, die prompt zur
publizistischen Gegeninitiative bliesen - bestätigte mich in der
Hoffnung, daß wir gemeinsam eine Menge bewegen könnten.
So folgte ich nur zu gerne einer Gegeneinladung zur gemeinsamen
Pressekonferenz in Stuttgart. Da allerdings zeichnete sich bereits
der erste methodische und inhaltliche Dissens ab. Zum einen
verteilte Renate Hartwig auf der Pressekonferenz Materialien, die
ohne Absprache mit mir erstellt worden waren - aber wegen unseres
gemeinsamen Auftretens auch mit meiner Person in Verbindung
gebracht werden mußten. Das allein wäre kein großes Problem
gewesen. Aber sie hatte sich in diesen Papieren in die Forderung
verrannt, Scientologen müßten vor »Sondergerichte« gestellt
werden.
Auf diesem Niveau wollte ich die Auseinandersetzung mit
Scientology eigentlich nicht führen.
Dann häuften sich die Merkwürdigkeiten. Sie stellte mir einen
jungen Mann, den Schweizer Daniel Fumagalli, als »unehelichen Sohn
von L. Ron Hubbard« vor (tatsächlich ist seine Mutter
Scientologin). "Na ja", sagte Daniel verlegen, "sie übertreibt
manchmal ein bißchen."
Das "bißchen" wuchs sich leider aus. Der gravierendste und auch
peinlichste Vorfall war die Geschichte von dem vermeinilichen
»Mordauftrag«. Der Scientology-Geheimdienst OSA habe, so
verkündete Renate Hartwig lauthals, die angebliche
Scientology-Aussteigerin Anita S. auf uns angesetzt. Konnte das
sein? Eine Killerin, die nicht einmal wußte, daß ich keinen
Führerschein habe, aber mein Auto manipulieren wollte? Doch Renate
Hartwig ließ sich auch durch sorgfältigste Gegenrecherche der
Polizei von der Story nicht abbringen.

Deutsche Scientologen schmieren ihre Propagandamaschine noch heute
mit diesem Flop. Später wirkte Renate Hartwig noch an einer
Räuberpistole mit, bei der TV-Star Thomas Gottschalk als
Scientologe geoutet wurde - und man doch nur einen Schweizer
Namensvetter des beliebten »Wetten, daß.. .«-Moderators gefunden
hatte. »Robin Direkt« bereitete zunehmend mehr Qual als nötig.
Intrigen nahmen zu, und bei näherer Betrachtung schien das Spiel
»jeder gegen jeden« Hauptinhalt des Vereinslebens zu sein.
Am 7. Juni 1993 formulierte ich meinen Vereinsaustritt. Der
Gedanke, welche Schadenfreude dieser Schritt bei der Qrganisation,
gegen die wir doch gemeinsam angetreten waren, auslösen würde,
hinderte mich aber, den Brief abzuschicken. Doch zwei Wochen
später erledigte sich das Thema ohnehin von selbst: Der
Vereinsvorstand, d.h. Renate und ihr Mann Paul Hartwig kamen mir
per »Einschreiben mit Rückschein« durch Rausschmiß wegen
»vereinsschädigenden Verhaltens« zuvor.

Schon immer war die Diskussion in der Antiszene auch geprägt von
Mißtrauen untereinander und der Furcht vor den Versuchen seitens
der Scientology-Organisation, Einfluß auf ihre Arbeit zu nehmen.
Darüber hinaus können nicht alle mit der Publicity umgehen, die
einem in diesem Metier entgegenschlägt. Ganz ohne Häme und
Ressentiment: Wer sein Leben hauptsächlich in einem verschlafenen
Dorf verbracht hat, erfährt womöglich schnell eine
Persönlichkeitsveränderung, wenn sich bei ihm plötzlich
Fernsehteams die Klinke in die Hand geben, wenn Heerscharen von
Betroffenen und Journalisten auf der Jagd nach Informationen das
Telefon nicht still-stehen lassen oder wenn der eigene Namen
dauernd in der Zeitung zu lesen ist - solche großen Veränderungen
wirken oft nicht positiv. Im Gegenteil: Mit der Zeit können
Omnipotenz-phantasien entstehen. Und leider ist es meiner alten
Mitstreiterin Renate Hartwig so ergangen. Einem dubiosen Anbieter
auf dem Psychomarkt stellte sie einen Persilschein aus, obwohl
Kenner der Szene dem betreffenden Unternehmen,
der Münchener Firma "Block-Trainings-Gesellschaft" unseriöse
Techniken vorwarfen. Was qualifiziert die Hausfrau aus
Pfaffenhofen, dem »Block«-Geschäftsführer zu attestieren, »Ihr
Unternehmen steht außerhalb jeden Sektenverdachts«? Und was
qualifiziert die emsige, aber wissenschaftlich unbedarfte
Scientology-Kritikerin eigene Psychoseminare anzubieten - für 2900
DM (drei Tage)? Klar, daß sie dort ihre Buchveröffentlichungen
»zur detaillierten Vorbereitung« feilbietet, denn: »Dies trägt zur
Intensität des Seminars bei.« Daß das Ehepaar Hartwig darüber
hinaus bei seinen Seminaren tatkräftig von einer Dame unterstützt
wird, die man getrost als laienpsychologische Quacksalberin
bezeichnen kann und über die sich Experten wie der rheinländische
Sektenbeauftragte Joachim Keden nur warnend äußern, kommt
erschwerend hinzu.

So gibt es immer wieder Personen, die das Engagement gegen
Scientology für eigene, ebenfalls nicht ganz saubere Interessen
nutzen. Das hilft natürlich Scientology.
Halten wir es lieber mit dem scientologygeplagten Pfarrer Haack:
»Es gibt nun einmal keine Freiheit ohne Kritik. Und in diesem
Sinne ist unser kritisches Eintreten ein stellvertretender Dienst
für diese Gesellschaft. Es ist der Dienst der Bewahrung und
Garantierung von Freiheit.«
Diese Aussage gilt nicht nur für den Kampf gegen Scientology. Sie
muß auch innerhalb der Bewegung gelten, die sich gegen die
Hubbard-Truppe wehrt.


mfg charlie"
p***@invalid.invalid
2016-10-29 18:22:29 UTC
Permalink
Raw Message
Sie (Caberta) hat die Abschlusserklärung nicht abgegeben. Also musste
das Hauptsacheverfahren beantragt werden. Kurz zuvor rannten einige
weitere Personen in die Caberta-Falle: Dr. Nguyen-Brehm, Dr. Fuellmich
und Tobias Fleck. Sie hat ihre Verleumdungen nie widerrufen. Hartwig hat
sich deshalb aus der Scientology- und Sektenkritik weitestgehend
zurückgezogen, was man ihr eigentlich nicht verübeln kann.

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